Welpenkauf

Bevor ein Welpe oder sogar ein erwachsenes Tier einzieht - sei es Kaninchen, Katze, Hund oder größer - sollte man sich über einige Dinge im Voraus informieren. Jedes Tier bedeutet Verantwortung, kostet euch Geld, Zeit und Nerven... Alles in allem bereitet euch jedes Tier einen großen Haufen an Arbeit. Viele denken daran meist nicht, bevor sie sich für ein Tier entscheiden. Im Gegenzug zu all der Arbeit die sie einem machen, schenkt euch ein Tier allerdings eine solch bedingungslose Liebe die mit nur wenig vergleichbar ist, dass man gut und gerne mal all die Kosten und Nerven vergießt. Jedoch nur, wenn ihr sie richtig behandelt.

 

Aber, worüber muss man sich im Vorfeld genau Gedanken machen? Was fällt alles an?

Es gibt mehrere wichtige Punkte, die im Vorfeld beachtet werden sollen:

 

Könnt ihr die laufenden Kosten decken für:

  1.  Streu (Heu, Späne, Pellets, etc...)
  2.  Futter (Frisch-, Trocken- oder Zusatzfutter)
  3.  Tierarzt (bis zu 1000€ oder höher)
  4.  Pacht (Garten, Stall, Wiese, etc...)

 Habt ihr die Zeit  für:

  1.  Spielen & anderweitige Beschäftigung
  2.  Füttern
  3.  Misten/Gassi gehen
  4.  Trainieren
  5.  Fell- & Krallenpflege
  6.  Kuscheln & Liebe geben

Habt ihr die Nerven für:

  1.  kaputte Möbel
  2.  'Klo-Teppiche'
  3.  angeknabberte Türen & abgefressene Tapeten
  4.  Pubertät

Könnt ihr die Verantwortung tragen für:

  1.  10 Jahre oder mehr für ein Tier zu sorgen
  2.  Urlaubsbetreuung
  3.  artgerechter Haltung

 

 

Die richtige Art & Rasse

Nun haben wir uns Gedanken gemacht, was man alles für ein Leben mit Tier aufbringen muss. Vor all den Gedanken fällt meist schon die Entscheidung der Art. Bin ich aktiv und gerne in der Natur unterwegs? Dann sollte ich vielleicht über einen Hund oder ein Pferd nachdenken. Oder sitze ich lieber Zuhause und mache dort was? Dann wäre vielleicht eine Katze oder ein Kaninchen die richtige Wahl.  Wenn man sich für die passende Art entschieden hat, muss man nun herausfinden welche Rasse zu einem passt. Wenn Allergien in der Familie vorliegen muss man sich auch darüber Gedanken machen und informieren. Der Einzug eines Tieres kann an sowas schnell scheitern. Selbst bei Kaninchen muss man sich genau überlegen, welche Rasse zu einem passt. Jede Rasse hat andere Bedürfnisse. Ein Angora benötigt mehr Fellpflege als ein Lohkaninchen, was die reine Freilandhaltung meist erschwert. Genauso benötigt ein Deutscher Riese mehr Platz als ein Farbzwerg. Grundsätzlich sollte man sich genau über die Rasse informieren, die man ins Auge gefasst hat, ob diese auch wirklich ins eigene Leben passt. Die richtige Rasse zu wählen ist definitiv keine Entscheidung die man leichtfertig über Nacht treffen sollte. Denn ist ein Tier erstmal eingezogen, sollte es auch die nächsten 10 Jahre oder mehr bei euch bleiben und sich dort glücklich fühlen. Also sprecht mit Züchtern, Tierbesitzern, informiert euch über eure Traumart & -rasse und überlegt in Ruhe ob dieses Tier auch zu euch passt.

 

Züchter, Tierheim, Tierschutz

Aus erster oder zweiter Hand? Wie ihr euch entscheidet, liegt ganz bei euch. Nicht jeder hat die Möglichkeit, beziehungsweise Erfahrung und  Konsequenz, einem Tier aus dem Tierheim oder - schutz ein Zuhause zu geben. Solche Tiere haben oftmals Problematiken die ein Anfänger- oder 'Standard'halter nicht gewachsen ist. Diese Tiere sind eine Lebenseinstellung und vor allem eine Lebensumstellung die man nicht unterschätzen darf! Bei Kaninchen ist das nicht ganz so gefährlich wie bei einem Hund oder Pferd. Meist ist einem die Vergangenheit eines solchen Tieres auch unbekannt, wodurch man sich mal schnell ein explosives Überraschungspaket in die Familie holen kann. Natürlich findet man im Tierheim & -schutz nicht unbedingt die Rasse, die man wollte. Und selbstverständlich leben im Tierheim & -schutz nicht nur problematische Tiere, auch ganz 'normale' Tiere die aus einer wundervollen Familie kommen mit einem unglaublichen Charakter. Ebenso wie bei einem Züchter sollte man sich, wenn man sich für Tiere aus zweiter Hand entscheidet, genau anschauen aus welchem Heim oder Tierschutzverein man sein Tier adoptieren möchte. Denn es gibt, ebenso wie Züchter, genug Tierschützer die nur auf Profit aus sind. Der Vorteil, den ihr bei guten Züchtern habt, ist die Gewissheit ein "gutes" Tier zu kaufen. Züchter können einem sehr ausführlich über Abstammung, Aufwuchs, Entwicklung und Gesundheit Auskunft geben, anders als meist Heime oder der Tierschutz. Das ist definitiv ein Pluspunkt für den Züchterkauf. Aber auch da Vorsicht, bei Züchtern gibt es ebenso viele schwarze Schafe. Egal von wo ihr eurer Tier holt, die Kriterien vor Ort müssen überzeugen. Es wird auf Fragen eingegangen und ausführlich beraten, die Tiere werden artgerecht versorgt und leben in artgerechten Verhältnissen. Die Abgabestelle interessiert sich für die Haltung des Interessenten, möchte Fotos sehen und die Haltung anschauen - sprich Vor- und/oder Nachkontrolle. Die Tiere werden einem nicht aufgezwungen, beziehungsweise jedem dahergelaufenen Interessenten mitgegeben, sondern man weißt auf Problematiken hin und möchte genau wissen, ob das Tier auch wirklich gut im neuen Zuhause aufgehoben ist. Es ist eine Besichtigung der kompletten Anlage (Zucht/Tierheim/Tierschutz) möglich. Die Tiere sind augenscheinlich gesund und kranke Tiere im Idealfall zur Genesung isoliert und dürfen ebenfalls besichtigt werden, wenn möglich. Jungtiere leben im Gruppenverband, entweder mit oder ohne Mutter - kommt auf die Situation an und kann von der Abgabestelle erklärt werden. Laborbefunde zwecks Parasiten und Impfpässe können vorgewiesen werden. Bei Züchtern werden nur wenige festgelegte Rassen gezüchtet und diese nicht ständig gewechselt, ebenso zieht er keine Massen groß. Ein Tier wird nicht unter 50€ abgeben oder verschenkt. Ein Leben ist wertvoll, daher sollte die Anschaffung gut überlegt sein und nicht mal eben für kleines Geld und mit einem Handschlag abgeregelt. Lest euch die Verträge genau durch, stellt Fragen bei Ungewissheit. 

22.11.2020